Was sollten Sie bei der Einführung zeitversetzter Videointerviews auf jeden Fall beachten? Nachdem wir letzte Woche Tipps gegeben haben, wie Sie Ihre Fachabteilung(en) vom Einsatz neuer Software überzeugen, kommen wir heute zu den Bewerbern.

Über gute Bewerberkommunikation haben wir ja schon öfter berichtet. Wir haben einige Kundenbeispiele, die sich gut zur Orientierung eignen. Aus diesen Best Practices lassen sich drei Tipps ableiten, wenn Sie planen, zeitversetzte Videointerviews in Ihren Vorauswahlprozess einzuführen:

1 – Die Kandidaten frühzeitig informieren
2 – Schnelle Bewerbungsprozesse ermöglichen
3 – Die Kandidaten begeistern

Auf diese Punkte wollen wir im Folgenden eingehen.

Tipp N° 1 – Bewerber frühzeitig informieren

Noch bevor er sich bewirbt, sollte der Kandidat wissen, welchen Bewerbungsprozess er zu erwarten hat. Maximale Transparenz ist optimal. Das heißt konkret: Die Information, dass ein zeitversetztes Videointerview gemacht wird, sollte idealerweise auf der Karriereseite stehen. Wenn es für alle Positionen verwendet wird (was eher selten der Fall ist), gerne auf der allgemeinen Informationsseite zum Prozess. Wenn es nur für spezifische Programme verwendet wird (z.B. Traineeprogramm), am besten nur auf den Seiten, auf denen Sie über Ihr Traineeprogramm informieren.

Die zeitversetzten Videointerviews sollten dann als Standardprozess kommuniziert werden. Ganz wichtig: Ergänzen Sie zwei, drei Sätze über den Nutzen des zeitversetzten Formats für den Bewerber. Stichworte sind hier:

  • Erhöhte Flexibilität für den Bewerber
  • Chance, sich dem Unternehmen zusätzlich zum CV vorzustellen
  • mit einem Video mehrere Entscheider erreichen
  • fairer und objektiver Prozess für alle Bewerber

Gerne können auch FAQ-Informationen in der Webseite verlinkt sein.

Weitere Optionen, den Bewerber frühzeitig zu informieren, sind z.B.

  • über die Bestätigungsmail, die nach Erhalt der Bewerbung verschickt wird
  • in der Stellenanzeige selbst (z.B. “Wenn uns Ihre Unterlagen überzeugen, laden wir Sie gerne im nächsten Schritt zu einem zeitversetzten Videointerview ein. In diesem können Sie zusätzlich zu Ihren Bewerbungsunterlagen anforderungsbezogene Fragen beantworten und sich uns so noch einmal ganz individuell präsentieren.”)
  • oder mit einer kurzen Vorabmail

Tipp N° 2 – Schnelle Bewerbungsprozesse

Nutzen Sie den wegfallenden Koordinationsaufwand zu Ihrem Vorteil: Seien Sie schneller als der Wettbewerb und treffen Sie nach wenigen Tagen eine Entscheidung, welchen Kandidaten Sie auf Grundlage des Videointerviews zu einem persönlichen Gespräch einladen möchten.

Wir empfehlen, die Interviewfrist für den Kandidaten nicht länger als 7 Tage zu wählen. Ihre Kandidaten sind “in Schwung”, wenn Sie die Einladung zum Videointerview erhalten – nutzen Sie diese Energie und zögern Sie den Prozess nicht unnötig heraus, indem Sie Fristen von etwa 2 Wochen oder mehr setzen.

Tipp N° 3 – Kandidaten begeistern

  • Introvideos – Nehmen Sie Introvideos auf! Ihre Kandidaten werden es zu schätzen wissen, wenn auch Sie sich vor die Kamera stellen und den Kandidaten persönlich begrüßen.
  • Gute Fragen stellen! – Gute Fragen zeichnen sich dadurch aus, dass sie spezifisch sind, dem Kandidaten (und Ihnen) klar ist, in welche Richtung die Frage zielt und der Anforderungsbezug der Frage dem Kandidaten direkt klar ist. Der Kandidat sollte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl haben “Was hat diese Frage denn mit meiner Bewerbung zu tun?”. Ein direkter Bezug zu Tätigkeit und Anforderungen der Stelle ist zwingend.

Was funktioniert in Ihrer Kandidatenkommunikation gut? Lassen Sie uns gerne auch über Ihre Erfahrungen diskutieren.