Innovationen haben es nicht leicht. Obwohl zeitversetzte Videointerviews auf dem Vormarsch sind und immer mehr Unternehmen die Vorteile für ihr Recruiting erkennen, halten sich einige Irrtümer hartnäckig. Dabei geht es meistens um die Frage, ob Videointerviews das Richtige für Bewerber sind. Schauen wir uns die häufigsten Irrtümer doch mal genauer an.

1. Videointerviews sind nur etwas für technikaffine Zielgruppen

Das stimmt nicht.

Bewerber, die ihr zeitversetztes Videointerview mit der viasto interview suite durchführen, brauchen dafür nur einen PC oder Laptop mit Webcam und Internetzugang. Das ist die Standardausrüstung jedes Computers heutzutage. Sie brauchen nichts zu installieren. In der Software können die Bewerber vorab Testvideos durchführen, um sich an die neue Methode zu gewöhnen. Natürlich kann der Recruiter aus dem Unternehmen diese Tests nicht sehen. Einfach einloggen, testen, Videointerview durchführen und fertig.

Christoph, unser Experte für Usability, beschäftigt sich eingehend mit der Nutzerfreundlichkeit der interview suite: „Die Bewerber sollen sich wohlfühlen. Die Software führt sie Schritt für Schritt durch den Interviewprozess. Man kann gar nichts falsch machen. Wichtig ist natürlich eine gute inhaltliche Vorbereitung auf das Videointerview, aber technisch gesehen ist gar kein Vorwissen nötig.“

2. Videointerviews sind nur etwas für extravertierte Leute

Falsch.

Gerade die Tatsache, dass sich Bewerber nicht einer Live-Gesprächssituation stellen müssen, nimmt schüchternen Bewerbern leicht die Scheu. Sie können sich über mehrere Tage ausprobieren und testen, wie sie vor der Kamera „rüberkommen“, bevor es dann „ernst“ wird. Das ist in einem Live-Gespräch undenkbar. Recruiter und Fachentscheider, die sich die Antwortsequenzen der Kandidaten ansehen, bewerten diese zudem nach vorab festgelegten Kriterien wie Fachwissen oder Fremdsprachenkenntnissen. Wichtig ist, was der Kandidat sagt und nicht, wie er es sagt. Allein die Kompetenz zählt. Zurückhaltendere Bewerber können hier ganz klar punkten und zeigen, wieviel Wissen wirklich in ihnen steckt!

„Natürlich ist die Situation, sich selbst aufzuzeichnen, erstmal ungewohnt. Aber das Bewerberfeedback ist durchweg positiv: Sie sehen einfach die Vorteile der zeitversetzten Videointerviews, nämlich flexibel bei der Durchführung zu sein und sich zusätzlich zur Bewerbung persönlich und fachlich dem Unternehmen vorzustellen“, so Christoph.

Eine Studie belegt zudem, wie hoch Bewerber den Nutzen der Videointerviews bewerten.

3. Videointerviews sind nur etwas für bewerbungserfahrene Personen

Auch hier ein ganz klarer Irrtum.

Die Erfahrenheit und Selbstsicherheit, mit der Bewerber in generelle Bewerbungssituationen gehen, spielt keine Rolle. Denn wie auch im vorherigen Punkt gilt: Die Software führt den Bewerber und erlaubt ihm, sich Schritt für Schritt auszuprobieren und einzufinden. Vor allem die Vorbereitungszeit von im Schnitt 2 Minuten, die dem Bewerber zur Vorbereitung jeder Frage gegeben wird, erlaubt noch einmal ein „Durchschnaufen“. So kann der Bewerber sich konzentriert Notizen machen und so auch inhaltliche Sicherheit gewinnen. Trotzdem geht natürlich der Testaspekt nicht verloren, denn 2 Minuten erlauben nur so viel Vorbereitung, wie es braucht, um die Frage zu strukturieren und wenige Schlagworte zu notieren.

4. Mit Videointerviews werden Bewerber leichter diskriminiert

Diese Aussage ist nicht nur schlichtweg falsch, sondern sogar das Gegenteil ist der Fall!

Die Humboldt Universität Berlin hat in einer Studie untersucht, wie fair zeitversetzte Videointerviews wirklich sind. Das Ergebnis: Zeitversetzte Videointerviews unterstützen nachweislich eine faire, also diskriminierungsfreie und objektive Personalauswahl.

Studienleiter Prof. Matthias Ziegler meint dazu: Es gab im Grunde überhaupt keinen verzerrenden Effekt durch das Geschlecht oder den Migrationshintergrund eines Kandidaten. Die Teilnehmer der Studie erhielten nur eine kurze Einweisung in die Bewertungssituation, keiner erhielt in dem Sinne eine ausführliche Beobachterschulung. Trotzdem beurteilten die Teilnehmer an der Studie die Kandidatenleistung einwandfrei und ließen sich nicht durch andere äußere Einflüsse wie das „fremdländische“ Aussehen eines Bewerbers irritieren. Das wäre in einem face-to-face interview oder der Analyse von Bewerbungsunterlagen sicherlich anders ausgegangen.“

Mehr Informationen zur Studie gibt es hier.

Ihnen fallen noch mehr Fragen ein, die sie zu zeitversetzten Videointerviews stellen möchten? Dann zögern sie nicht lange! Dafür ist unsere Kommentarfunktion da 🙂