Das Wichtigste gleich zu Beginn: Zeitversetzte Videointerviews ersetzen NICHT das persönliche Gespräch. Jetzt fragt Ihr euch vielleicht, was denn dann eigentlich deren Zweck ist …

Deshalb wollen wir im Folgenden klären, für welches Einsatzszenario welche Methode – Live oder zeitversetztes Videointerview – Sinn ergibt. Entgegen dem ersten Eindruck stehen beide Methoden nämlich NICHT in direkter Konkurrenz, sondern werden in verschiedenen Phasen des Personalauswahlprozesses eingesetzt. Solltet Ihr am Ende des Beitrags Fragen haben, immer gerne (einfach Kommentar schreiben).

Zeitversetztes Videointerview

  • VORauswahl „Negativselektion“

Der wohl wichtigste Unterschied zwischen beiden Methoden: Das zeitversetzte Videointerview unterstützt Unternehmen bei der Beantwortung der Frage „Wer passt nicht zu uns?“

Viele unserer Kunden erkennen mit dem zeitversetzten Format schon zu Beginn des Auswahlprozesses, welcher Bewerber nicht den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle entspricht. So können Fachabteilungen Fachfragen abprüfen oder Recruiter echte Knock-Out Kriterien wie Englischkenntnisse oder Kommunikationsfähigkeit zuverlässig erkennen.

  • Prozesse standardisieren

Das zeitversetzte Format macht es  leicht, bestimmte Strukturen und Standards umzusetzen. Jeder bekommt die gleichen Fragen, Abweichungen und Ausnahmen sind nicht möglich. Denn für viele Unternehmen wird es immer wichtiger, auch dem Bewerber zu signalisieren: „Bei uns hat jeder die gleichen Chancen“. Fairness spielt auf beiden Seiten heutzutage eine wichtige Rolle.

  • Hohes Bewerbervolumen

Mit dem zeitversetzten Videointerview können sich Unternehmen innerhalb von 10 Minuten oder weniger einen Eindruck über die Kompetenzen ihrer Bewerber verschaffen – ohne dass dies auf beiden Seiten koordiniert werden muss. Bei hohen Bewerbervolumina macht es sich deutlich im Zeitplan der Recruiter bemerkbar, wenn sie einfach 40 Videointerviews bewerten können anstatt 40 Telefoninterviews koordinieren und führen zu müssen.

  • Internationale Personalauswahl

Der wohl deutlichste Use Case. Auch wenn Live Videointerviews im internationalen Rahmen schon einiges möglich machen, besteht doch immer ein erheblicher Koordinationsaufwand aufgrund verschiedener Zeitzonen. Beim zeitversetzten Format fällt dieser komplett weg.

  • Die „etwas anderen“ Bewerber finden

Viele Unternehmen haben mittlerweile Bedenken, über ihre „klassischen“ Recruitingwege Bewerber zu verlieren bzw. Talente als solche nicht zu erkennen. Nicht nur dadurch, dass Unternehmen im zeitversetzten Format einfach mehr Bewerber anschauen können, sondern auch weil ein zeitversetztes Videointerview eine innovative Methode ist, verringern die Unternehmen den klassischen Beta-Fehler: Die richtigen Bewerber nicht einzustellen.

  • Schneller Entscheidungen treffen

Beide Seiten können das zeitversetzte Format nutzen, wann es ihnen passt – und sind damit in der Regel schneller, als wenn sie sich erst noch koordinieren müssten. So können Prozesse extrem verschlankt und die richtigen Bewerber schneller zum persönlichen Auswahlgespräch eingeladen werden.

Live Videointerviews

  • ENDauswahl „Positivselektion“

Wenn es in den letzten Phasen des Auswahlprozesses um eine differenziertere Bewertung des Bewerbers geht, bietet das Live Videointerview größere Möglichkeiten als das zeitversetzte Format. In den letzten Stufen der Auswahl geht es mitunter um den Vergleich zweier guter Kandidaten und die Frage „Wer passt wirklich zu uns?“. Da sollte natürlich genauer nachgefragt werden.

  • Interaktive Situation

Natürlich sollte in jedem Recruitingprozess dem Bewerber die Möglichkeit gegeben werden, Fragen zu stellen und auf diese auch Reaktionen „live“ zu sehen. Wenn noch kein persönliches Gespräch stattgefunden hat, eignet sich dafür das Live Videointerview.

  • Head-Hunting

Wenn es um eine Position geht, für die ein absolut einmaliges Profil gesucht wird, lohnt sich manchmal nur ein Live Videointerview wirklich. Bewerber für diese Profile sind oftmals so unterschiedlich und auch eher rar, dass es z.B. zu schwierig wird, Standardfragen für alle Bewerber aufzusetzen.

  • Interaktiv Kompetenzen erfassen

Einige Kompetenzen lassen sich nur im interaktiven Format erfassen, wie z.B. Verhandlungsgeschick. Um dies adäquat zu messen, bedarf es der Reaktion und Gegenreaktion eines Gegenübers.

Fazit

Live- und zeitversetztes Videointerview können komplementär verwendet werden. Zur Vorselektion eignet sich das zeitversetzte Format, zur Entscheidung zwischen zwei oder mehreren Kandidaten in einem letzten Auswahlschritt das Live-Format.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie einfach sich zeitversetzte Videointerviews in Ihren Recruitingprozess integrieren lassen?

Vereinbaren Sie einfach Ihre persönliche Demo-Präsentation.