Wenn Sie sich an Ihre letzte eigene Bewerbung zurückerinnern: Wissen Sie noch, wie Sie das Unternehmen, bei dem Sie sich beworben haben, anfänglich wahrgenommen haben? Und ob oder wie sich Ihr Eindruck im Laufe des Bewerbungsprozesses verändert hat?
viasto beschäftigt sich mit genau solchen Fragen und hat deshalb mit dem unabhängigen Marktforschungsinstitut respondi eine Studie mit über 1.000 Bewerbern zum Thema Candidate Experience durchgeführt.
Die Ergebnisse zeigen, dass Bewerber sich im Auswahlprozess oft nicht ehrlich behandelt fühlen. Employer Brand Versprechen werden nicht ernst und falsche Versprechungen übel genommen. Dabei zeigt die Studie auch einen eindeutigen Schlüssel zu einer guten, vertrauensvollen Candidate Experience auf.

Candidate Experience von Skepsis geprägt

Zu Beginn der Studie wurden die Teilnehmer gefragt, wie skeptisch sie anfänglich gegenüber Aussagen sind, die Unternehmen im Laufe eines Bewerbungsprozesses über sich selbst treffen. Das ernüchternde Ergebnis: Nur jeder dritte Bewerber ist nicht skeptisch (und bloß 5,7% überhaupt nicht skeptisch) gegenüber der Selbstdarstellung von Unternehmen im Bewerbungsprozess. Wofür dann überhaupt Mühe in Candidate Experience und Employer Branding stecken, wenn ohnehin jede Aussage abgekanzelt wird? Ganz so schlimm ist es sicherlich nicht, denn eine anfängliche Skepsis kann ja überwunden werden. Aber es lohnt sich definitiv ein genauerer Blick, um zu verstehen, woher die Skepsis der Bewerber kommt und worauf sie sich wirklich bezieht – und worauf nicht.

Ursachen und Folgen einer unglaubwürdigen Employer Brand

Der mit Abstand am häufigsten genannte Grund für die Skepsis der Bewerber: Zweifel an der Ehrlichkeit der Unternehmen. Demnach glauben 65% der Teilnehmer, dass Arbeitgeber in der Kommunikation mit Bewerbern im Sinne ihrer Interessen flunkern. Ein weiteres knappes Drittel der Befragten nimmt die Aussagen nicht ernst, weil sie diese für austauschbar halten. Inhaltslos oder eh gelogen? Das ist alles andere als die Reaktion, die man in der Bewerberkommunikation hervorrufen will.
Aber es kommt noch schlimmer. Denn die befragten Bewerber sehen sich durch ihre persönlichen Erfahrungen in ihrer kritischen Haltung bestätigt. Über 70% der Befragten haben bereits mehrfach Auswahlprozesse erlebt, in denen die Außendarstellung im Vorfeld zwar überzeugend war, sich aber im weiteren Verlauf des Prozesses als falsch herausstellte. Das kann gefährliche Folgen für Unternehmen haben. Denn 98% aller Studienteilnehmer gaben an, dass ihre persönlichen Erlebnisse im Bewerbungsprozess auch auf ihre Gesamtwahrnehmung des Unternehmens abstrahlen – für 51% sogar stark.

Wie Arbeitgeber das Vertrauen der Bewerber gewinnen

Die Ergebnisse der Studie zeigen zum Glück aber auch, dass das Vertrauen der Bewerber trotz kritischer Grundhaltung erobert werden kann. Und erobern ist genau das richtige Wort. Denn es ist eine klare Tendenz erkennbar: Je persönlicher der Kontakt, desto weniger Zweifel an der Glaubwürdigkeit bzw. desto besser die Candidate Experience.
Die frühen Berührungspunkte von Bewerbern und Unternehmen bekommen die meiste Kritik ab. Arbeitgeberaussagen auf deren eigenen Plattformen wie der Karriere-Webseite (61%) oder Stellenanzeigen (53%) und externe Jobportale (64%) werden von der Mehrheit als zweifelhaft angesehen. Auch die Kommunikation zu Beginn des Auswahlprozesses beäugen Bewerber mit einer gehörigen Portion Skepsis. Es zweifeln 40% von ihnen an der Glaubwürdigkeit der ersten schriftlichen Kommunikation und 43% an den Aussagen im ersten Telefon-Interview. Erst ab dem ersten Vorstellungsgespräch fällt der Anteil der Zweifler deutlich ab. Hier beginnt der Dialog auf Augenhöhe zwischen Bewerber und Arbeitgeber. Jetzt glauben 71% der Befragten den Arbeitgebern vollkommen. Im zweiten Interview steigt dieser Anteil sogar auf 83%.

Herausforderungen und Chancen der Candidate Experience in der Zukunft

Das Fazit der Studie ist eindeutig: Candidate Experience ist geprägt von Zweifeln an der Aufrichtigkeit von Arbeitgeberaussagen im Auswahlprozess. Erst wenn die Kommunikation persönlich wird, schwindet die Skepsis. Und mal ganz ehrlich, wer will es den Bewerbern verdenken? Sie wissen natürlich auch, dass ein Wettbewerb auf dem Jobmarkt herrscht und sich Arbeitgeber logischerweise gerne von ihrer Schokoladenseite präsentieren.
In Zukunft sollten sie dies aber lieber durch einen empathischen und persönlichen Kontakt mit ihren Kandidaten tun als durch besonders viele Punkte in dem “wir bieten”-Teil ihrer Stellenanzeige. Und die Digitalisierung kann dabei eine Hilfe sein. Fast 80% der Teilnehmer stehen digitalen Bewerbungsprozessen wie Videointerviews gleich oder sogar weniger kritisch gegenüber als im „normalen“ Leben. Und selbst unter den Kritikern stellt sich die Mehrheit (57%) ohne Vorbehalte auf die Digitalisierung der Bewerbung ein. Wem es also gelingt, den Bewerbern mit digitalen Methoden frühzeitig persönlich zu begegnen, der hat gute Karten, für Bewerber nicht mehr im unglaubwürdigen Einheitsbrei zu verschwinden.

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Über die Studie
Für die Studie befragte das Kölner Marktforschungsunternehmen respondi 1.004 Bewerber, die sich in den vergangenen drei Jahren mindestens einmal beworben haben. Davon bewarben sich 61% in diesem Zeitraum bis zu zehnmal, 23% zwischen zehn und zwanzig Mal, 10% zwischen zwanzig und fünfzig Mal und 5% sogar mehr als fünfzig Mal. Der Befragungszeitraum lag im Juni 2018. Die Teilnehmer wurden bundesweit befragt.

Über viasto
viasto ist der Markt- und Innovationsführer für Video-Recruiting Lösungen in der Personalauswahl. Die viasto interview suite, eine webbasierte Software-as-a-Service (SaaS) Lösung, ermöglicht Unternehmen, mit Hilfe von kompetenzbasiertem Videorecruiting die gesamte Personalauswahl effizienter, flexibler und zuverlässiger zu gestalten.Das Unternehmen wurde 2010 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin. Zu den Kunden viastos zählen u.a. die Deutsche Telekom, Bertelsmann, die Stadtverwaltung Essen, MAN, die Europäische Zentralbank und die Würth Gruppe.

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