Mitarbeiterbefragungen sind alte Kamellen im HR-Business. Laut einer Kienbaum Studie werden Mitarbeiterbefragungen bei 70% aller Unternehmen strategisch eingesetzt. Sie versprechen weniger Fluktuation, höhere Produktivität und geringere Krankenstände. Eine glückliche und wertschöpfende Belegschaft also. Doch es gibt bestimmte Voraussetzungen, die bedacht sein sollten – und es zu oft nicht sind. Wir geben Ihnen im folgenden 5 Tipps, wie Sie eine Mitarbeiterbefragung erfolgreich gestalten können.

1. Wählen Sie den Inhalt der Mitarbeiterbefragung mit Sorgfalt aus. Für viele Unternehmen bietet sich das klassische „Betriebsklima“ an, aber nicht für alle und nicht unter allen Umständen. Ein sehr junges Start-Up wird z.B. über das Abfragen eher technokratischer Aspekten eines Betriebsklimas (z.B. Zufriedenheit mit Arbeitsbedingungen, Räumlichkeiten, Vergütung) weniger handlungsleitende Erkenntnisse gewinnen können. Eine sehr vielversprechende Alternative liegt z.B. in dem Engagement der Mitarbeiter für das Unternehmen. Wenn Sie Ihre Befragung möglichst nah am Verhalten der Mitarbeiter und des Teams ausrichten (z.B.„Im Team leiten gemeinsame Ziele das alltägliche Handeln“), wie es beim Engagement der Fall ist, bekommen Sie auch sehr verhaltensnahe Handlungsempfehlungen. Bedenken Sie auch, dass es sehr sinnvoll ist, auch in späteren Befragungen die verwendeten Themenbereiche abzufragen – nur so enthalten Sie sinnvolle interne Benchmarks über Veränderungen in Ihrem Unternehmen.

2. Holen Sie schon für die Themenfindung die Mitarbeiter ins Boot. Nicht alle natürlich, aber prinzipiell sollten die Mitarbeiter schon vor der eigentlichen Befragung das Gefühl haben, involviert zu sein. Welche Themen bewegen die Mitarbeiter? Wo drückt momentan der Schuh?

3. Orientieren Sie sich an standardisierten und genormten Fragebögen. Diese ermöglichen eine sehr gute und wissenschaftlich fundierte Einordnung und Interpretation der Ergebnisse. Dennoch gilt nicht: one size fits all. In Start-Ups mögen die „Standards“ und auch Wirkfaktoren ganz anders gelagert sein als in einem Großkonzern. Vergleichen Sie also möglichst spezifisch mit Normgruppen, die Ihrem Unternehmen/ dem befragten Team so ähnlich wie möglich sind.

4. Geben Sie einen klaren Terminrahmen vor. Die Mitarbeiter werden so involvierter, verfolgen die Phasen der Mitarbeiterbefragung aktiver und fühlen sich durch den Prozess gut aufgehoben. Bis wann läuft die Befragung, wann werden die ersten Ergebnisse präsentiert?

5. Halten Sie Ihre Mitarbeiter auch nach der Umfrage auf dem Laufenden! Welche Veränderungen wurden auf Grundlage der Befragungsergebnisse umgesetzt? Die schon oben erwähnte Kienbaum-Studie zeigte unter anderem, dass weniger als 5% der befragten Mitarbeiter über die aus den Befragungsergebnissen abgeleiteten Maßnahmen und Umsetzungserfolge informiert wurden. Wie sollen Ihre Mitarbeiter wissen, was Sie Ihnen Gutes tun, wenn Sie es Ihnen nicht sagen?