Warum tut sich HR eigentlich so schwer, die Digitalisierung im eigenen Fachbereich voranzutreiben? Eine zu diskutierende These wäre, dass zu wenig Austausch zwischen den Abteilungen HR und IT herrscht. Und wenn man mal ehrlich ist, welcher Nicht-IT-ler versteht schon etwas von dem, was die Entwickler tun? Coding ist ein Mysterium – auch oder sogar gerade in HR. Genau da setzte das hello-code Barcamp unter dem Motto “HR loves IT” am 17. Mai 2018 in Berlin an. Mit keiner geringeren Zielsetzung als HR-ler zu IT-Insidern zu machen trafen sich 80 Teilnehmer/innen aus beiden Welten, um praktische Tipps, Werkzeuge und Inspirationen zur Umsetzung der Digitalisierung auszutauschen.

Was ist das hello-code Barcamp?

Ein Barcamp ist eine offene Tagung oder “Unkonferenz”, in deren Rahmen eine ganze Reihe von Workshops stattfinden, die die Teilnehmer/innen erst während der Veranstaltung im Co-Creation Prinzip entwickeln. Inhaltlicher Austausch und Diskussion stehen bei Barcamps generell und so auch beim hello-code Barcamp in den Räumlichkeiten der Code University in Berlin Kreuzberg im Vordergrund. Unter dem kreativen Untertitel “Denkst du auch Coding ist ein Dorf in Thüringen” verbarg sich also das Ziel, Berührungsängste abzulegen und nützliches Wissen für die Digitalisierung durch einen gegenseitigen Austausch aufzubauen. Die Organisatoren, angeführt von Jörn Hendrik Ast und Patrick Hypscher, führten sympathisch und professionell durch die ganztägige Veranstaltung, die unter anderem von Branchengrößen wie Kienbaum und HRpepper gesponsert wurde.

Sessions und Learnings des hello-code Barcamps

Zu Beginn der Veranstaltung pitchten die Teilnehmer ihre Session-Ideen und wählten anschließend selbst aus, welche der vielen Vorschläge in den begrenzten Slots realisiert werden sollten. Das Spektrum deckte dabei die volle Bandbreite von vorbereiteten Powerpoint Präsentationen über gemeinschaftlichem Brainstorming im Stuhlkreis bis hin zu kollektivem Sich-Ausprobierens im Coding von ferngesteuerten Robotern ab. Ein kleiner Teil der vielen anregenden Sessions wird im Folgenden kurz zusammengefasst:

  • Keine Digitalisierung ohne Flexibilisierung:

    Zur Schaffung von atmendenen Organisationen bedarf es gelebte Flexibilität. Sara-Lena Eisermann und Birte Welsch von tandemploy postulierten, dass Digitalisierung nicht ohne ernst gemeinte Veränderungen von Strukturen und Arbeitsmodellen funktioniert. Es wurde diskutiert, ob das das Ende der 40-Stunden Wochen bedeutet. Und als Best Practice wurde aufgezeigt, wie es tandemploy durch Mitarbeiterbefragungen und Jobsharing gelungen ist, eine flexible Zeiteinteilung für alle Angestellten zu ermöglichen.

  • Product Specs 101:

    Anhand des Beispiels eines Websitebaus für eine fiktive Firma erklärte Philipp von Hammerstein von Le Wagon die Grundlagen des Product Managements. Durch Einsichten in die Perspektive von Entwicklern wurden Teilnehmer/innen befähigt, effektiver mit ihren Developern zu kommunizieren. Zudem wurde Licht in das Dunkel aus IT-Buzzwords, Programmen und Co gebracht.

  • Tops & Flops of Recruiting Tools:

    Anna Sauter und Julia Reis von i-potentials halfen den Teilnehmer/innen bei der generellen Überforderung mit der ewig langen Liste der existierenden Recruiting-Tools, -Plattformen, -Apps und -Extensions. Es wurde sich über Erfahrungen mit bestimmten Lösungen ausgetauscht und die Erkenntnisse der i-potentials Task Force geteilt, die über 100 Tools für verschiedene Schritte im Recruitingprozess auf den Prüfstand gestellt hat.

  • Artificial Intelligence im Recruiting:

    Auch viasto beteiligte sich mit zwei Sessions von Mario Mohr und Tim Thedens an dem hello-code Barcamp. Es wurde den Teilnehmer/innen spielerisch beigebracht zu erkennen, was künstliche Intelligenz bereits kann und wann etwas nur unter dem Deckmantel einer KI fliegt. In der zweiten Session wurde dann ein praktischer Problemfall im Recruiting aufgegriffen und gezeigt, wie eine KI in Form eines Generators für Interviewleitfäden eine echte Arbeitserleichterung im HR-Alltag sein kann.

 

Fazit des hello-code Barcamps

Das hello-code Barcamp war erkenntnisreich und unterhaltsam für seine Teilnehmer/innen und vor allem ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn ob es nur um die Auswahl einer Recruitingsoftware oder um die Bewältigung der großen HR-Herausforderungen unserer Generation, wie Digitalisierung und Fachkräftemangel, geht: Austausch und gegenseitiges Verständnis von HR und IT werden immer wichtiger. Das hello-code Barcamp hat diesen Austausch in einem gut organisierten und doch bemerkenswert legeren Rahmen ermöglicht. Buzzwords wie Ambidextrie und Agilität wurden in engagierten Diskussionen mit Leben gefüllt und das mysteriöse Coding für Laien greifbarer gemacht. Unterm Strich war das Barcamp also mindestens eine inspirierende Veranstaltung für seine Teilnehmer/innen und hoffentlich auch ein Beitrag dazu, dass HR und IT sich in Zukunft tatsächlich lieben lernen.

Foto: Dominik Tryba

Über viasto:
Viasto ist der Markt- und Innovationsführer für Video-Recruiting Lösungen in der Personalauswahl. Die viasto interview suite, eine webbasierte Software-as-a-Service (SaaS) Lösung, ermöglicht Unternehmen, mit Hilfe von kompetenzbasierten Videointerviews die gesamte Personalauswahl effizienter, flexibler und zuverlässiger zu gestalten.Das Unternehmen wurde 2010 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin. Zu den Kunden viastos zählen u.a. die Deutsche Telekom, Bertelsmann, die Stadtverwaltung Essen, MAN, die Europäische Zentralbank und die Würth Gruppe.

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